Heiss sind die Sitzflächen in manchen alten Wagen. Darunter befindet sich eine Art kleines Blechfass, das vermutlich ein Heizgebläse enthält. Erwischt man zufällig diesen Sitz, kann es zu Spiegeleiern oder entsprechenden Zuständen im Genitalbereich kommen, denn die Sitzfläche entwickelt die Hitze eines Kochfeldes. Bei dicker Winterbekleidung kann es jedoch einige Minuten dauern, bis die Hitze den Stoff durchdringt und die Hitzesensoren der Haut erreicht.
Ist es sehr kalt draussen, tut dieser Stuhl richtig gut, wenn man nicht zulange unterwegs ist.
Trägt man einen Einkauf mit sich, der Butter, Schokolade oder Gefriergut enthält, sollte man die Tasche nicht neben sich auf den Sitz stellen.
Bei durchgefrorenen Füssen sollte man den Platz hinter der Heizung wählen, weil man dann die Füsse unter den Heizkörper platzieren und dort bequem auftauen kann.
Heiss wird es auch in den neuen ULFs, wenn sie nicht neu genug für die Ausstattung mit einer Klimaanlage sind. Denn es gibt keine Fenster, die man öffnen könnte. Sieht man also an einem heissen Sommertag eine Bim, aus der rotköpfige, mit heraushängender Zunge hechelnde Fahrgäste glasig herausstarren, handelt es sich um ULFs ohne Kühlung. Bisher ist es anscheinend noch nicht zu hitzebedingten Selbstentzündungen ganzer Garnituren gekommen, vielleicht, weil das neue Plastik schlecht Feuer fängt.
Kalt kann es in klimatisiertenULFs werden, eiskalt sogar. Wenn man schon mal im Sommer in den USA war, kennt man das Phänomen. Man steigt aus dem Backofen direkt in die Gefrierzelle um und fühlt sich nach wenigen Minuten total erfrischt und todkrank. Ein lautstarkes, hocheffizientes Gebläsesystem pfeift einem um die Ohren und man freut sich, bald wieder in die Hitze der Aussenwelt entlassen zu werden. Denn dafür ist man ja auch gekleidet.
Kalt sind auch manche der alten Anhänger, die scheinbar keine Heizungen enthalten. Da sitzen dann im Winter ein paar erbärmlich frierende Figuren mit den Händen in den Taschen und hoffen, dass nicht ihr Handy klingelt. Die wenige Wärme, die die Körper dieser Fahrgäste absondern, lässt die Scheiben beschlagen, entweicht aber brutal an den Haltestellen, wenn jemand aus- oder einsteigt. Wenigstens gibt es keinen Fahrtwind, ausser ein Fenster steht offen und die maroden Erfrorenen sind nicht mehr in der Lage, es zu schliessen.
Wenn möglich, sollte man dicht zusammenrücken und sich gegenseitig wärmen, auch wenn einige nicht so gut riechen. Lieber Mief als tot. Oder in den beheizten Wagen umsteigen!
Donnerstag, 20. November 2008
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