Montag, 16. März 2009

Gejagte

Die Fahrer der Wiener Linien haben durchaus Jägerqualitäten. Doch ihre Fahrgäste geben auch oft ein gut jagdbares Wild. 
Da gibt es die Ausgeknipsten, die mit der vollen Musikdröhnung vom Kopfhörer weder das hysterische Gebimmel der Bahn, noch das Gehupe des Busses mitbekommen. Sie tapern wie Zombies direkt vor die Räder und schauen blöde, wenn die Bim kreischend vollbremst und 2 cm vor ihrer Nase zum Stehen kommt.
Da gibt es die Vollgetankten, die schwerst alkoholisiert den Individualverkehr vermeiden, dafür die Öffis in Mitleidenschaft ziehen. Wenn sie es schaffen, Bus oder Bahn zu besteigen, dünsten sie ganze Wagenteile ein, dass die Scheiben beschlagen und die Mitfahrer alleine vom Second-Hand-Alkohol duselig werden. Beim Aussteigen schaffen sie es dann jedoch spätestens schwereren Schaden anzurichten. Sie mähen Einstiegswillige um oder bleiben mit unkontrollierten Gliedern in den schnappenden Türen hängen, werden mitgeschliffen oder werfen sich vor die Räder.
Da gibt es Schüler, die vermutlich "e gleich m mal c-quadrat" aufsagen können, aber einfach nicht die komplexe Relativität der Bewegungen von Menschen und Fahrzeugen im städtischen Verkehr mitkriegen.
Trotz all dieser verlockenden potentiellen Opfer sollten die Fahrer der Wiener Linien doch ein bissel brav sein.

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