ist der Exzentriker unter den Bewegern des öffentlichen Fuhrparks. Während man unter den Busfahrern nur selten Frauen begegnet, ist die Bimpilotin keine Seltenheit.
Selbstbewusst und meist sensibler als die männlichen Kollegen beherrscht sie das Triebfahrzeug. Vermutlich würde sie auch eher für alte Menschen, Kinder, Familien oder Haustiere auf die Bremse treten. Einer schwarzen Schäfin bin ich bisher begegnet, die eine etwas langsam einsteigende betagte Dame mal eben einzwickte und sich muffig bösartig herauszureden versuchte, dass da gar keine alte Dame war oder so. Schwamm drüber, von den Herren sind wir härtere Umgangsformen gewohnt.
So eine Bim kann eine üble Waffe sein, verfügt sie doch über einige Masse und ist knallhart ohne jede Knautschzone. Design und Materialeigenschaften scheinen der Kriegstechnik zu entstammen. Das rattert und quietscht, wenn dieser Haufen Eisen anfährt, bremst oder um die Kurven eiert wie ein Schützenpanzer. Und es scheint einigen Spass zu machen, die Grenzen auszureizen, knapp bevor das Gerät seine Schiene verlässt. Vor allem im Frühjahr zu Beginn der Schicht des Fahrers oder gegen Ende (auch der Nerven) erlebt man mitunter solche Amokfahrten.
Während Busfahrer sich eher etwas ähneln in ihrer kompakten Art (siehe Fahrer 1), gleicht kein Bimpilot dem andern. Da gibt es die hageren mit langen Haaren, die an Junkies erinnern, verträumte Märchenonkel, brutale Killertypen mit Mafiabrille, Akademikertypen mit Gelehrtenbrille, Satanisten, Träger gewaltiger religiöser Symbole, total gelangweilte Dumpfbacken, hoch nervöse Neurotiker oder seltsam verschwommene Romantiker. Doch alle, so verschieden sie sind, tragen sie stolz ihre Wiener-Linien-Dienstjacken, grüßen sich gegenseitig, und verhindern erfolgreich, dass Fahrgäste ihren Anschluss erreichen.

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