Nochmals Danke für das üppige Intervall. Es lebe der 18er.
Freitag, 19. Dezember 2008
Weihnachtsmarkt
Ein Service der besonderen Art sorgt derzeit für menschliche Nähe und Wärme rings um den Ring. Die Strassenbahnlinie 18 ist der ideale Zubringer für den Weihnachtsmarkt vor dem Wiener Rathaus. Bei Intervallen von etwa 12 Minuten kommt da schon eine ganz schöne Meute punschbetankter, rotnasiger, grüngesichtiger, Christbaumschmuckbehängter Passagiere zusammen. Das Gedränge an den scheppernden Türen ist gewaltig und schnell beschlagen alle Scheiben des Wagens von den weihnachtlichen Ausdünstungen. Da scheinbar Viele unter einer Art Titanic-Syndrom leiden (Hilfe, es gibt zu wenig Rettungsboote) und panikartig gegen die scheppernden Türen drängen, blockieren sie dieselbe und die Strassenbahn kann nicht abfahren. Auf diese Art und Weise verpasste ich meinen Zug vom Südbahnhof ins Burgenland. Entschädigt wurde ich im Café Venezia in der unteren Halle bei einem kleinen Espresso und der wohl verrauchtetsten Luft, die ich jemals in einem Café überlebt habe. Nur undeutlich konnte ich die Leute auf der anderen Seite des Lokals durch die Rauchschwaden erkennen.
Montag, 15. Dezember 2008
Die Sprache
Wenn eine Bahn, ein Bus , eine Haltestelle. der Strom, die Heizung, der Türöffner ausfallen, hört man meistens am Ende einer selten verständlichen Durchsage den Satz: "Wir danken für Ihr Verständnis!"
Eine überflüssige Bemerkung, weil ich ja gar keines habe.
Eine überflüssige Bemerkung, weil ich ja gar keines habe.
Dass es dennoch vorausgesetzt wird, beruht auf Feldforschungen des psychologischen Kundendienstes. Dieser hat nämlich festgestellt, dass es weitaus mehr Akzeptanz auf Seiten der Fahrgäste gibt, wenn man sie gar nicht erst fragt, nicht um Dinge bittet, sondern ihr Einverständnis einfach voraussetzt.
Samstag, 6. Dezember 2008
Der Baum
Das hat jetzt nicht direkt mit den WL zu tun, handelt es sich doch um den Weihnachtsbaum samt Krippe am Südbahnhof, der von den ÖBB betrieben wird. Mit viel Liebe wird jedes Jahr in der oberen Halle ein Weihnachtsbaum geschmückt, der in den gewaltigen Dimensionen derselben verschwindet. Dieses Jahr neigt sich seine Spitze gewagt Richtung Ausgang, als wolle er der gefliesten Monumentalität entfliehen. Ihn umgibt ein Ensemble hölzerner Krippenfiguren in Lebensgrösse, die ein pensionierter Verschubbeamter vom Frachtbahnhof eigenhändig geschnitzt hat. Da ihm durch eine Unachtsamkeit beide Hände abhanden kamen, benutzte er Mund und Ohren zur Werkzeugführung. Die Figuren wurden aus Bahnschwellen geschnitzt, deren Fehlen bisher nicht besonders auffiel.
Der Baumschmuck wurde, um Kosten zu sparen, aus Kleidungsstücken und Accessoires gebastelt, die heuer beim Personenverkehr anfielen.
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